Den vergangenen Mittwochabend werden wir wohl so schnell nicht aus unserem Gedächtnis streichen können. Nach langer Zeit hatten wir mal wieder die Hoffnung, dass unser Verein endlich mal wieder in ein Finale einziehen könnte. Dass es dabei nicht um einen wertlosen BBL-Pokal ging, sondern um den Europapokal, lies im Vorfeld des Rückspiels dieses nur schwer zu beschreibende Kribbeln vor entscheidenden Spielen wieder aufkommen.

Selbst Fans, die durch die zahlreichen Rückschläge in den vergangenen Jahren emotional schon etwas mehr Abstand zum Verein genommen hatten schienen dieses Kribbeln zu spüren. Der Sieg im Hinspiel lies die Träume vom Einzug ins Finale und die Hoffnung auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte weiter wachsen.

Ausverkauftes Haus im Europapokal. Es war alles angerichtet für einen historischen Abend, welcher sicherlich auch eine positive Initialzündung für den Rest der Saison mit sich gebracht hätte. Dieser Abend hatte das Potenzial den teilweise eingeschlafenen Riesen vom Hardtberg wieder wachzuküssen.

Das Ende des Abends ist bekannt. Wieder einmal wurde eine Chance verpasst und eine sicher geglaubte Führung verspielt. Sicherlich war es bis dahin eine wirklich gute europäische Saison. Gerade auch nach dem letzten Jahr war der Lauf im Europapokal bis Mittwoch Balsam für die geschundene Fanseele, sodass bei einigen der Stolz überwiegt, überhaupt erst so weit gekommen zu sein. Für andere wiederum überwiegen aktuell sicherlich die Gefühle der Niederlage.

Wir könnten euch jetzt die Ohren vollheulen, jammern wie schlimm doch alles ist und uns so wochenlang im Selbstmitleid wälzen. Wir könnten euch aber auch mit Durchhalteparolen überschütten, davon erzählen, dass wir sicherlich eines Tages mal ein entscheidendes Spiel gewinnen werden und wir bis dahin nicht aufhören dürfen daran zu glauben und für diesen Traum zu kämpfen. Oder wir könnten euch sagen, dass ihr euch einfach damit abfinden müsst, dass man als Bonner solche Spiele halt immer wieder verlieren wird.

Egal auf welche Weise ihr den vergangenen Mittwoch verarbeitet, vergesst nicht den Blick wieder nach vorne zu richten. In den kommenden Wochen stehen wegweisende Spiele an, in denen wir mit Blick auf eine gute Ausgangslage in den Playoffs möglichst als Sieger vom Platz gehen sollten.

Auf der Sonderzug Tour nach Berlin schallte unsere Version von Johnny Däpp erstmals gen Himmel und Hallendach. Mit etwas mehr Abstand zu Mittwoch wird sich zeigen, ob es nur eines dieser Lieder ist, welches man vor sich her trällert, oder ob wir uns der Bedeutung dieser Zeilen wirklich bewusst sind.

Scheiß auf die Titel
und scheiß auf das Geld,
wir fahr’n für Euch bis ans Ende der Welt,
egal wo wir spiel’n,
egal wo wir steh’n,
ich weiß nur eins, uns’re Fahne wird weh’n!

 

 

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