Am Mittwoch geht es für unsere Baskets gegen Nanterre um den Einzug in das Finale des Fiba Europe Cup.

Vergleicht man die Zuschauerzahlen der Liga- und Europapokalspielen miteinander, so erweckt es nicht nur in Bonn den Eindruck, dass eine breite Masse diese Spiele gar nicht so reizvoll findet. Ob Heim oder Auswärts, selten sind die Hallen wirklich voll. Ein Zustand, den wir innerhalb unserer Gruppe nie wirklich verstanden haben.

Für uns sind die Spiele im Europapokal etwas Besonderes. Der Europapokal bietet uns eine angenehme Abwechslung zum wöchentlichen Liga-Alltag. Lissabon, Badalona, Paris, Stockholm, Amsterdam, Bologna, Rom, Zagreb, Lubiljana, Szolnok, Athen, Istanbul, Nikosia. Er führt uns quer durch Europa. Immer wieder an neue Ort, an die wir teilweise ohne Spiele der Baskets sicherlich nicht reisen würden. Unbekannte Orte, unbekannte Gegner – was könnte reizvoller sein als die Ungewissheit vor einer Auswärtsfahrt, welche Stimmung uns in der Ferne erwarten wird. Oft ist selbst das sportliche Potenzial des Gegners aus Fansicht nur schwer einzuschätzen. Diese Kombination ist es, die den Europapokal so reizvoll macht.

Ob es in kleiner Gruppe nach Ungarn geht und man später zusammen mit dem Team auf einer Stundentenparty in einem total veranzten Schuppen landet – ob der größte Bonner Auswärtsmob, den die Welt jemals gesehen hat, gerade eine kleine Kneipe in Rom eingenommen hat und bis tief in die Nacht den Auswärtssieg feiert oder ob der Abend nach dem Verpassen der nächsten Runde in der französischen Hauptstadt nur durch nur Zwiebelringe und Jägerbomben gerettet werden kann, kein BBL Spiel bietet so viel Potenzial für unvergessliche Momente und Geschichten, die im Nachgang der Reise weiter erzählt werden. Es sind genau diese Touren, die am Ende einer Saison hängen bleiben.

Hängen bleiben wird sicherlich auch die aktuell laufende Europapokal-Saison unserer Baskets. Haben wir doch schon jetzt Historisches geschafft und erstmals in unserer Vereinsgeschichte ein europäisches Halbfinale erreicht. Als letzter deutscher Verein kämpfen wir nun morgen Abend um den Einzug ins Finale, in welchem wir sogar den Heimvorteil im entscheidenden Rückspiel auf unserer Seite hätten! Wer hätte das nach der verkorksten letzten Saison gedacht? Wer hätte gedacht, dass wir mal wieder soweit kommen, dass wir nicht nur davon träumen, sondern tatsächlich kurz davor stehen in ein Finale einzuziehen! Und dann auch noch im Europapokal! Na klar träumen wir jetzt alle vom großen Wurf. Unserem ersten Titel! Endlich mal ganz oben stehen, als Europapokalsieger!

Doch noch ist das alles nur ein Traum. Und wer, wenn nicht wir, weiß wie schnell so ein Traum platzen kann. Wer, wenn nicht wir, weiß, dass wir erst am Ziel sind, wenn der letzte Pass gespielt ist, der letzte Korb getroffen ist und die Schlusssirene ertönt. Deshalb lasst uns bei all der Euphorie und der ganzen Träumerei vom großen Sieg die Realität nicht aus den Augen verlieren! Ja, wir haben mit dem Einzug ins Finale Basketsgeschichte geschrieben und ja, wir haben das Hinspiel gewonnen, aber auch nur denkbar knapp! Das Spiel morgen Abend wird sicherlich alles andere als ein Selbstläufer. Wer denkt, wir stünden schon im Finale, der begeht den ersten Fehler. Wir haben gerade nur eine weitere Etappe auf dem Weg zu unserem Ziel erreicht. Jetzt liegt es an uns weiterhin alles zu geben, um gemeinsam am Ziel anzukommen.

Morgen sind es wieder einmal wir, die dem Pendel den Stoß in die richtige Richtung geben können. Wir alle in der Halle müssen gemeinsam eine Atmosphäre erzeugen, die einem Halbfinalrückspiel würdig ist. Oft genug haben wir allein in dieser Saison – wenn auch nur über kurze Phasen – gezeigt, welches gewaltige Potenzial in unserer Halle steckt. Morgen ist wieder einer dieser Tage gekommen, an dem jeder von uns gefordert ist, an dem jeder von uns gebraucht wird! Wir brauchen wieder diesen Kampfgeist, diese Emotionen auf den Sitz- und  Stehplätzen, die unseren Hardtberg einst zu einer gefürchteten Festung gemacht haben. Das Team hat in dieser Saison bewiesen, dass es bereit ist alles zu geben und für uns und unsere Farben zu kämpfen! Jetzt sind wir dran. Mit uns im Rücken wird das Team bis zur letzten Minute an seine Grenzen gehen, um unserem Traum ein Stück näher zu kommen.

Wenn wir alle voll dabei sind und von den Rängen die nötige Unterstützung zukommen lassen, ist unsere Halle eine uneinnehmbare Festung. Der Gegner muss morgen von der ersten Minute an weiche Knie bekommen, weil wir so laut sind! Der Hardtberg soll wieder beben! 6000 Bonner, die gemeinsam hinter ihrem Team stehen werden eine Mannschaft sehen, welche nochmal 10 % mehr leisten kann, weil jeder in der Halle aufsteht, wenn die Aufforderung von den Stehplätzen kommt, weil jeder unser Team zum Sieg tragen will!

Schluss mit dem Ausruhen auf vergangenen Support-Leistungen, auf weit zurückliegende Tage, auf die „guten alten Zeiten“ in denen der Hardtberg so viel lauter war. Lasst uns nicht nur vom großen Wurf träumen, sondern lasst uns wieder gemeinsam Wunder machen! Unser größter Trumpf ist unsere Lautstärke. Lasst uns diesen Trumpf ausspielen!

Auf geht’s Bonner, unsere Mannschaft braucht uns!

Werdet zu Legenden,
und holt uns den Europa-Cup!
Werdet zu Legenden,
und holt den Sieg für uns!

 

 

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